Mittwoch, 14. September 2011

Auf Klassenfahrt

Bonsoir meine Lieben,

nicht erschrecken dass ich jetzt Französisch rede, aber am WE gab‘s die volle Dröhnung…
Am Freitag um 12:30 ging‘s los nach Ouro Preto. Das liegt 480km von Itajuba entfernt, dauert aber trotzdem eine halbe Ewigkeit um dahin zu kommen.
Wir waren insgesamt 17 Leute- davon 4 Deutsche, 1 Österreicher und 12 Franzosen.
Die Fahrt verlief wie folgt: nach 3km das erste Mal anhalten um Wasser zu kaufen, nach 500m nochmal anhalten um die Luft vom Reifen aufzupumpen, mitten auf der Autobahn anhalten um den Film im Fernseher zu wechseln, nach der halben Strecke anhalten um was zu Essen, 50km vorm Ziel anhalten wegen was zu Essen…also so eine Fahrt hab ich noch nich erlebt...
Letztendlich waren wir dann 21:30Uhr im Hostel. Dort wusste erst mal keiner das wir kommen, weil die Buchung von der Uni nicht bestätigt worden ist.
Blick von unserem Hostel aus

Wir haben aber dennoch alle ein Bett bekommen:-) Da die Deutschen mir nicht so sympathisch waren, hab ich mich den Franzosen angeschlossen. Insgesamt waren wir zu 8, zzgl. wurde noch ein Bett reingeschoben weil die Betreuerin sonst hätte draußen schlafen müssen- die Arme...mit uns auf einem Zimmer.

Um 22Uhr haben wir uns endlich auf die Suche nach etwas Essbarem gemacht. Es gab Pizza…also Rita du bist die beste…das Ding bestand nur aus Käse und vom Boden hatte man nichts weil der am Teller kleben blieb…Danach sind wir noch in eine Bar gegangen und das wars dann vom Tag.

Am nächsten Morgen ging's in die Stadt. Also die Alpen sind echt ein Scheißdreck dagegen, manche Straßen haben einen Anstieg von 45° und es gibt glaub ich keine Straße die waagerecht ist. Blinde, Alte und Fahrräder haben hier echt schlechte Karten. Wir haben alle geschnauft wie ein Walross;-)



Ouro Preto bedeutet übrigens schwarzes Gold, aufgrund des riesigen Goldvorkommens, die durch Eisenoxyd-Verunreinigung leicht schwarz gefärbt waren. Hier wurde beispielsweise von 1700 bis 1820 ca. 1200 Tonnen Gold gefördert, was 80 % der damaligen Weltproduktion entsprach- wir haben leider nichts gefunden... Aufgrund des früheren Reichtums besitzt Ouro Preto eine sehr schöne barocke Altstadt und wurde sogar zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.

(Die anderen haben mich immer Wikipedia genannt weil ich ziemlich viel über die Stadt erzählen konnte, war anscheinend die einzige die sich vorher was im Internet durchgelesen hat;-)
Übrigens egal wo man in der Stadt ist, man sieht von überall mindestens 2 Kirchen- insgesant gibt es 13 glaub ich- wirklich hübsch!


Dann waren wir noch in einer kleinen Mine, die man sich aber hätte sparen konnen…


...und in einer Cachaçaria- wie der Name schon sagt wird da jede Menge Cachaça verkauft. Wir mussten natürlich erst mal ein bischen rumprobieren bevor sich einige dazu entschieden haben was zu kaufen.


Leicht angeschwibst gings dann weiter in ein Museum...

Früher das Rathaus jetzt ein Museum

...und auf einen Kunsthandwerksmarkt, wo verschiedene Sachen aus Stein zu sehen waren.


Abends hatten wir „Freigang“ und durften und selbst beschäftigen. Meine Gruppe ist noch ein bischen durch die Stadt geschländert und hat dabei noch eine weitere Cachaçaria entdeckt- nichts wie rein. Da wir uns nicht mehr so sicher waren wie Cachaça schmeckt gabs auch gleich noch mal eine Verkostung;-)
Später am Abend sind einige von uns ins „O Passo“- ein echt schickes Restaurant mit gesalzenen Preisen- aber egal endlich mal wieder was ordentliches Essen! Jetzt hört genau hin: ich hab mich für ein argentinisches Steak, blutig!, mit Pomes und Reis (der mit Käse vermischt war) entschieden. Kaum zu glauben oder? Mir hats sogar geschmeckt.

Unser Hostel war am Rande der Stadt auf halber Höhe eines Hügels, auf dessen Spitze eine Kirche steht. Auf den Treppen davor haben wir uns am Abend hingesetzt und neben einer phänomenalen Aussicht auch noch ein, zwei Flaschen Cachaça getrunken. Mir wurde erzählt das es insgesamt 4 normale und 3 kleine Flaschenw waren…glaub ich nicht....dementsprechend fertig waren aber auch manche am nächsten Tag. Auf jedenfall müsst ihr den auch probieren, der ist sooo lecker und vielleicht tanzt der Uhu ja wieder und singt „Ich hab ne Zwiebel auf dem Kopf ich bin ein Döner…“ ;-) *grins*

Sonntag haben sich die restlichen Überlebenden aufgemacht und sind durch die Stadt geschlendert und um 2Uhr gings wieder zurück nach Hause, mit einem Zwischenstop in der Uni von Ouro Preto.
Diese Uni ist echt nur was für ehrgeizige Studenten, denn der Campus befindet sich auf der anderen Seite des Berges…da geht doch keiner freilwillig hin wenn er nur 1 Vorlesung hat… Um 22Uhr waren wir wieder in Itajuba wo es in der WG von ein paar Franzosen Nudeln gab. Leider fehlte es an Käse und Ketchup weswegen wir Nudeln-Pur essen mussten..
die Banane "Yann" und ich

Diese Banane hat übrigens eine sehr wichtige Rolle gespielt: der eine Franzose hat den ganzen Tag diese Banane mit sich rumgescleppt und so getan als ob sie lebendig ist- war wirklich sehr lustig.

Ich wünsche euch eine schöne Woche und das nächste Mal gibts was über Sao Paulo zu berichten:-)

Donnerstag, 8. September 2011

Wochenrück und -ausblick

Oh meine Lieben ich muss euch was erzählen!

Aber erst mal von Anfang an: es ist immer noch echt warm hier. Als wir vorgestern Abend von Arbeit nach Haus gefahren sind stand einer der Berge am Rande der Stadt in „Flammen“. Gestern sind wir logischerweise wieder von Arbeit nach Haus gefahren und von Maria da Fe bis Itajuba, was immerhin 20km sind, war die Luft voll mit Rauch und an mehreren Stellen brannte es. Der Berg von vorgestern war vollkommen schwarz und an einigen Stellen brannte es immer noch oder wieder. Die brasilianische Gelassenheit diesbezüglich scheint grenzenlos zu sein- die lassen es einfach brennen…

Ansonsten war die Woche wieder sehr schön- auf Arbeit hab ich neue Arten gelernt wie man Karten erstellt und dann noch wie man Höhenlinien macht. Gestern hab ich ein paar Leute in der Firma noch ein bisschen auf Trab gehalten- aber mehr dazu später.

Gestern war übrigens Unabhängigkeitstag- außer für uns. Es wurde beschlossen dass wir arbeiten und dafür am Freitag frei haben…auch nicht schlecht. Zur Feier des Tages ist unsere WG wenigstens Eis essen gegangen, genauer gesagt wird es
Açaí genannt (Oma klick mal auf den Namen). Es hat die Farbe von Rotwein, ist übelst süß, hat die Konsistenz von Sirup mit Eis vermischt. Dazu werden dann verschiedene Sachen hinzugegeben. Ich hatte zB noch Passionsfrucht und Schokostückchen mit drinnen. Im Internet hab ich gelesen das es die gesündeste Frucht ist- vielleicht wird ich ja nicht mehr krank;-)

Morgen um 12Uhr geht’s nach Ouro Preto. Mitfahren werden verschiedene ausländische Studenten, Alexandre und ich- organisiert wurde das von der Uni glaub ich. Was wir aber genau machen weis ich noch nicht- ich freu mich schon! Ouro Preto heißt übrigens schwarzes Gold. Mehr dazu Montag oder Dienstag...

Übernächstes WE gehts vlt. nach São Palo- ein brasil. Freund- der Willi- kommt von da und würde mir die Stadt zeigen- hoffentlich wird das was…zwar steht im Internet die Stadt muss man nicht gesehen haben, aber ich denke bei einer 11Mio-Stadt muss es doch was zum anschauen geben…Willi ist übrigens Chinese was ich irgendwie witzig finde da es überhaupt nicht meinen Vorstellungen von einem Brasilianer entspricht.

So jetzt kommen wir zu den wichtigsten Neuigkeiten: seitdem ich hier bin versuch ich jemanden zu finden der nach Foz do Iguaçu oder Pantanal will. Leider scheiterte es immer am Geld, Zeit oder fehlender Motivation. Da ich schon seit 2 Wochen auf Flugseiten rumschleiche und mir diverse Seiten über die Wasserfälle anschau hab ich mich am Dienstag überwunden und einen Flug gebucht. Bin mir noch nicht sicher ob es ein bischen lebensmüde ist allein zu Reisen, aber ich kann doch nicht fahren ohne den größten Wasserfall(fälle) der Welt gesehen zu haben! Es gibt in Iguaçu ein schönes Hostel und ich hoffe einfach mal dass ich da Leute finde denen ich mich anschließen kann.
Freudestrahlend bin ich dann am nächsten Tag auf Arbeit und hab es meinen Freunden erzählt- nachmittags kam die Ernüchterung: „Zu unserem Bedauern müssen wir Ihnen mitteilen das sie nicht fliegen können“... Da hab ich mich durch diese portugiesische Flugseite gequält um am Ende nicht fliegen zu dürfen!!! Der Grund ist das ich keine brasilianische Kreditkarte besitze... schöne sch*. Hab mir extra so eine doofe CPF-Nummer besorgt um auf einer brasilianischen Seite einen billigeren Flug zu bekommen und dann das...
Aber wieder einmal haben mich meine brasil. Freunde nicht im Stich gelassen, Barbara (arbeitet mit mir) hat angeboten das ich die Kreditkarte von ihrem Freund nehmen darf und ein anderer aus der Firma, Frederic (mit dem hab ich erst 5 Sätze gesprochen) hat auch seine Kreditkarte angeboten- wär das in Dtld. auch so? 

Letztendlich haben wir die letzten 1.5h auf Arbeit damit verbracht für mich einen Flug zu buchen...auf Frederics Namen. Ich hoffe die lassen mich auch wirklich in das Flugzeug...aber egal ich hab ein Ticket!!
Zu dem Thema hab ich auch noch eine Anmerkung: jedesmal wenn man etwas bucht oder auf dem Amt erledigt, fragen sie nach dem Namen der Eltern. Der steht bei den Brasilianern im Pass, bei mir nicht- das ist echt schwer denen das klar zu machen das es bei uns nicht üblich ist. Hinzu kommt noch das mein Name nicht derselbe von meiner Mutter/Vater ist... ich glaub die denken das ich mir die Namen nur ausgedacht habe...die klingen ja auch noch so komisch…
Aber auch egal-ich hab den Flug!! Ich bin sooooo aufgeregt. Der Plan lautet bis jetzt übrigens wie folgt: am 23.9. um 7Uhr geht‘s mit dem Bus nach Sao Jose dos Campos wo ich 9:45Uhr ankomme. Von dort aus geht‘s 10:30Uhr nach Sao Paulo-Guarulhos, Ankunft 12:00Uhr. Der Flieger geht dann um 15Uhr nach Foz do Iguazu und landet 17Uhr. Zurück geht‘s am 28.9 um 13Uhr, Ankunft 15 Uhr in Guarulhos. Von dort fährt der Bus 16:30Uhr nach Sao Jose dos Campos, Ankunft 18Uhr. 20:30Uhr geht‘s nach Itajuba, Ankunft 23.25Uhr, dort ist dann hoffentlich ein Taxi, denn nachts ist es etwas gefährlich.
Am 23.9 wollte ich erst mal nichts machen, versuchen das Hostel zu finden, ein bischen ausspannen und versuchen im Hostel Leute kennen zu lernen. An einem Tag wollte ich mir die brasilianische Seite der Wasserfälle anschauen und den Vogelpark, einen Tag lang dann zur argentinischen Seite und vielleicht eine Bootstour machen wenn die Preise nicht gar zu hoch sind(soll billiger sein als auf der brasil. Seite). Am dritten Tag vlt. noch das Wasserkraftwerk und den Stausee von Itaipu...soll aber auch teuer sein deswegen vlt. auch nicht- hierzu gibt‘s widersprüchliche Aussagen im Internet. Am vierten rüber nach Paraguay, aber nur mit jemand anderen zusammen. So ist der Plan, wie die Wirklichkeit aussieht werden wir sehen...
Somit verbringe ich also meinen Geburtstag alleine in einem fremden Land, aber an einem der atemberaubendsten Orten der Welt und vlt. find ich ja dort auch ein paar Reiseverrückte die mit mir anstoßen!:-)

Wenn ich danach wieder auf Arbeit bin wollt ich für die Mitarbeiter eine Eierschecke machen- hier gibt es nur keinen Quark. Aber das soll ganz leicht sein- irgendwie erwärmen, warm stellen, durch ein Tuch filtern…hab das gegoogelt aber ich hoffe auf ein paar Tips von begabten Köchinnen... also ich hör von euch :-) :-)


PS: Oma ich habs auch noch nicht gewusst das man die Bilder größer machen kann wenn man draufklickt, also mach dir nichts draus

Montag, 5. September 2011

Urlaub vs. Arbeit

Da hier jeder erzählt ich mach nur Urlaub schreib ich mal was ich so jeden Tag von 8 bis 17:30Uhr mache:-)
Wie schon geschrieben war meine erste Aufgabe die Charakterisierung der Landnutzung von dem Watershed des Rio Mucuri. Als Zweites sollten die einzelnen Bodentypen bestimmt werden. Das ganze hat ziemlich lange gedauert, weil man tausend Sachen berücksichtigen muss und das mit den Satellitenbildern nicht so gut ging. Am Ende haben sie sogar meine Idee umgesetzt, das Areal in zwei verschiedene Gebiete einzuteilen und das getrennt zu machen :-) (die Satellitenbilder haben von der Auflösung/Aufnahmedatum usw. nicht zusammengepasst). Fertig ist es aber immer noch nicht, weil keiner weiß wie es weitergeht und mein Chef ist ja eh nicht da…
Da hier nach dem Motto gearbeitet wird „Es geht nicht weiter, dann machen wir halt was anderes“ gab‘s dann eine neue Aufgabe. Anhand von ein paar Daten sollte ich den Qualitätszustand eines Flusses analysieren. Hatte mich schon gefreut von wegen das ist leicht, das kann ich ja..haha…das waren Messungen von drei Punkten- die sollen einen ganzen Fluss repräsentieren??! Der eine von 1982/83, der andere reicht bis 2011 wo aber zwischendurch 10 Jahre fehlen. Die dritte Messstelle war an derselben Stelle wir die zweite. Wie soll man denn da bitte irgendwas analysieren? Hab meine Meinung dazu auch in dem Bericht kundgetan…
Als ich mein Geschreibsel endlich fertig hatte wurde mir des Weiteren erzählt das ein Damm an dem Fluss gebaut wird und man noch schreiben soll wie sich das auf die Wasserqualität auswirkt…wie soll man denn das machen wenn man noch nie den Fluss gesehen hat... wenigstens gibt’s Google Earth. (Oma und Opa jetzt wird nicht mehr einfach nur gegoogelt. Jetzt heißt es: „Warte mal ich „Google Earth“ mal kurz“ ;-)
Heute hab ich dann angefangen Mappen zu erstellen. Da geht’s im Prinzip nur darum die ganzen Karten die man vorher gemacht hat zu einem Ganzen zusammen zufügen mit Maßstab, Legende usw.. Leider wusste ich heute gar nicht mehr wie es geht. „Gi“ der Chinese aus der Firma hatte es mir am Freitag zwar gezeigt, aber zwischendurch hatten wir uns immer bei Google Earth Orte angeschaut, sodass wir nicht wirklich bei der Sache waren und ich mir auch keine Notizen gemacht hatte.
Gi hat übrigens versucht „Überschallgeschwindigkeit“ zu sagen ;-) War wirklich sehr lustig.

So was hab ich sonst noch so die Woche gemacht: am Dienstag gab‘s eine Abschiedsparty für Lars. Sein Praktikum ist vorbei und er fliegt jetzt noch für 2 Wochen nach Manaus. Ich bin ja sooo neidisch. Auf jeden Fall wurde deshalb am Dienstag ein Barbeque veranstaltet.
Dann kam irgendwann das WE. Ich konnte leider keinen von den Pappnasen hier überreden irgendwohin zu reisen. Deswegen ging‘s am Samstag zu einem Fußballspiel der Unimannschaften. Nachmittags bin ich dann zu einem Barbeque. Zwei von meinen brasilianischen Freunden arbeiten in einer Firma dessen Chef das Barbeque veranstaltet hat. Gut das ich mit bin, es gab so viel verschiedene Sachen zur Auswahl und am Ende gab‘s noch einen riesigigen Kuchen. Leider haben wir ihn angeschnitten ohne zu wissen dass es ein Geburtstagskuchen war und wir warten sollten…upps.
Freitag war übrigens auch was peinliches passiert: ich hab bei einem Gespräch auf Arbeit zugehört und dabei Cervejaria (Brauerei) verstanden, dumm nur das sie eigentlich Engenharia (Ingenieurswesen) gesagt haben. Hätte ich eher für mich behalten sollen…
Das zweite war dann das ich „tschakka“ gesagt hab und mich alle ganz entgeistert angeschaut haben. Ich hab es danach im Duden nachgeschlagen, im Deutschen ist es „ein Ausdruck zur Selbstmotivation“. Im Portugiesischen bedeutet es leider etwas anderes…nämlich „Los lass uns Sex haben“..zweites Fettnäpfchen an dem Tag…
Weiter gehts mit Sonntag: wenigstens Alexandre konnte ich überreden an dem Tag was zu machen:-) Da uns São Lourenço empfohlen wurde ging‘s um 8Uhr mit dem Bus dorthin. (8!!!! Uhr von wegen Urlaub) Die erste Ernüchterung war das die Busstation am Ende der Stadt war, und auf der entgegengesetzten Seite der Stadt der Park war wo wir hinwollten. Des Weiteren war der Park das einzige Sehenswerte an der Stadt. Am Ende haben wir noch 2h auf einer Bank gesessen und gequatscht. Der Park war aber schön!! 
 Escova de macaco-Affenbürste
 
 Die Stadt ist bekannt für sein mineralhaltiges Wasser, der See war dafür umso brauner...






Und es gab einen Eisladen mit ganz viel selbst gemachten Eis, das tolle daran war das man sich selbst bedienen konnte und nach Gewicht abgerechnet wurde. Hab mir natürlich ganz viele verschiedene Sorten genommen:-)




Ansonsten gibt’s noch ein paar neue Erkenntnisse über Brasilien:
- Ich hab mich gewundert warum die Unterwäsche währendessen man duscht gewaschen wird. Die Antwort ist ganz einfach: die Dusche ist die einzige Warmwasserquelle. In der Küche wäscht man das Geschirr mit kaltem Wasser. Auch die Waschmaschiene wäscht mit kaltem Wasser- kann mir garnicht vorstellen das dabei was sauber wird… auf jedenfall bin ich zur Handwäsche übergegangen…oh wie ich meine Waschmaschiene vermisse
- Immer wenn wir von Arbeit nach Hause fahren brennt es an mindestens zwei Stellen. Überall sieht man verbrannte Stellen- gut ist, dass das Gras nur so kurz ist. Hier gibt es nämlich keine Feuerwehr im Ort.
Das Bild ist 300m von meinem Zimmer entfernt entstanden:


- Es gibt hier viele Straßenhunde, die aber alle sehr lieb sind- kann man nicht in Deutschland nach einem zu Hause für sie suchen?
- Die Gehsteige sind eine Katastrophe, schief udn krumm mit Löchern. Es ist ein Wunder das es mich noch nicht hingelegt hat.

- Ich hab gemerkt das mein Deutsch fast genauso grottig ist wie mein Portugiesisch, zumindest was Rechtschreibung und Grammatik angeht- es tut mir leid. Ich und die Kommas werden niemal Freunde...

So das wars für heute- nächstes WE gehts vlt. nach Ouro Preto!


Tschüüüß














Mittwoch, 31. August 2011

Ein unvergessliches Wochenende

Jetzt wird es aber Zeit über eine der schönsten Städte der Welt zu schreiben. Ich hab versucht das alles auf Google Earth wieder zu finden. Ihr braucht zwar eine Lupe aber vielleicht erkennt ihr ja was auf der Karte.(an Oma: du kannst den Bildschirm größer machen indem du die strg-Taste gedrückt hältst und GLEICHZEITIG das kleine Rädchen der Maus von dir wegdrehst. Wenn du es wieder normal haben willst drückst du wieder strg-Taste und drehst das Rad der Maus zu dir)
 
Am Samstag um 0:20Uhr fuhr der Bus ab. 5:30Uhr sind Alexandre, Lars und ich in Rio angekommen. Dort haben wir Jonas aus dem Schlaf geklingelt der uns dann abgeholt hat. Mit dem Taxi ging es erst einmal ins Apartment (1) wo er zusammen mit einem Kumpel wohnt. Die Wohnanlage war schon mal der Hammer: Pool, Kino, Sportmöglichkeiten, Sauna, Spielplatz mit Kinderbetreuung und und und. Die Wohnung selbst ist 1Mio wert, ich weis nur nicht mehr ob es Real oder Euro waren.
Dann gab‘s erst mal Frühstück. Ich weiß zwar nicht den Namen, aber das war Teig mit Käse und Schinken drinnen. Danach haben wir die nähere Umgebung erkundet. Dort gab es z.B. einen Platz auf dem eine süße kleine Kirche (2) stand, mit vielen Palmen und anderen Bäume die ich nicht kannte. 
Was mir noch auffiel war, dass gibt es überall in Rio Sportgeräte gibt. Ich finde das ist echt eine gute Idee um die Leute fit zu halten- könnte man auch bei uns aufstellen.

Danach ging's zum Strand Aterro do Flamengo,  von wo wir bis zum Shoppingzenter „Botafogo Praia Shopping“ (3) gelaufen sind. (Auf der Karte ist ein roter Weg eingezeichnet). Leider war das Wetter am Samstag nicht so gut und Christus war von einer dicken schwarze Wolkenhülle umgeben. 
 

Vom Dach des Shoppingzenters hatte man eine wunderbare Aussicht auf den Zuckerhut (12). Weiter gings dann zum Theater “Teatro Municipal” (4), zur Bibliothek “Biblioteca Nacional” (5) und zum Camara Municipal (6). Letzeres, so wurde mir erklärt, ist das Haus der Legislativen. Also meinen die damit jetzt das Rathaus?
Teatro Municipal

Anschließend ging‘s in einen etwas gefährlicheren Stadtteil. Jonas hat uns erzählt, dass es vor ein paar Jahren noch gar nicht möglich war als Tourist dahin zu gehen. Dort befindet sich die Straße „Rua Manuel Carneiro“ mit einer Treppe namens “Escaderia Selaron” (7). Sie wird vom dem Chilenen Jorge Selarón schon seit Jahren mit Mosaiken ausgeschmückt. Das tolle war das wir ihn sogar getroffen haben! Aber seht euch am besten das Bild an.


Von da aus ging‘s immer weiter bergauf in den Stadtteil Santa Teresa. Für mich ist das eine Art Künstlerviertel mit vielen kleinen süßen Häusern und einem echt tollen Ausblick.
Einen Zwischenstopp haben wir im Parque das Ruínas (8) gemacht. Das ist ein restauriertes Ruinenhaus, indem früher eine Aristokratin Empfänge für die kulturelle Elite veranstaltete. So ein schönes Haus mit einer wahnsinnsaussicht!
Das links was wie ein Atomkraftwerk aussieht soll eine Kirche sein, das lange weiße rechts ist ein Aquädukt. Darüber fährt die berüchtigte Straßenbahn. Von da oben ist letztes Jahr ein Franzose aus der Bahn runter gestürzt...

Jetzt mussten wir erstmal Mittag essen. Ich hab ja so ein bisschen meine Probleme mit dem Essen hier weil die echt oft „eckliche“ Sachen essen wie beispielsweise Leber, den Hals vom Huhn, oder panierte Rinder- oder Schweinshaut. Und natürlich Bohnen Bohnen Bohnen… mit Reis. Das ist auch alles immer so weich gekocht hier! Als ob alle Brasilianer keine Zähne hätten. In dem Restaurant wo wir waren gab es zum Glück so was superleckeres: klein geschnittene Hühnerbrust mariniert in Passionsfrucht und Kräutern. Dazu gab‘s Kokosreis und Gemüse was auch mit irgendwas übelst leckerem mariniert war. Hat aber auch 15€ gekostet…
  
Das rechts unten war mein Essen.

Natürlich konnte auch ein leckerer Fruchtsaft nicht fehlen. Es gibt hier soooo viele verschiedene Fruchtsäfte, ich würde am liebsten alle mal probieren!
 
 Von weitem konnten wir einen Blick auf eine der Favelas werfen.
 Ja danach kam das Kapitel mit der Straßenbahn… aber das überspring ich jetzt einfach mal. Auf jeden fall konnte kein Auto mehr runter fahren sodass wir einen laaangen Fußmarsch vor uns hatten. Da wir auch etwas ruhiger geworden sind und sich keiner getraut hat was zu sagen, sind wir erst mal nach Haus zurück gefahren.
Da ja Rio ein bisschen größer ist sind wir häufiger mit der U-Bahn unterwegs gewesen. Jonas ist immer ein etwas zerstreut wenn es ums U-Bahn fahren geht. Es war nämlich meistens wie folgt: „Du Jonas, müssen wir hier nicht aussteigen?“ Er: „Nein, die nächste Haltestelle erst.“ Nach 5sek: „Oh no, wir müssen doch hier raus!“. Da musste man sich echt beeilen das wir noch rausgekommen sind;-)
Zu Hause angekommen haben wir uns schnell umgezogen und sind zur Copacabana!! (der Strand befindet sich am unteren Rand des Bildes). Der Strand ist echt schön… schneeweißer Sand..Marcel es gab leider keine Muscheln..soooorry… und ich hab Kokosnusssaft getrunken:-) Leeecker. 
 

Außerdem gab‘s Tapioca. Das ist Maniok (hat in etwa die Konsistenz von Kokosraspeln) das wird in die Pfanne gegeben und da drauf kommt zB Banane und ein Gewürz wo ich den Namen nicht kannte. Es hat sich dann herausgestellt das es Zimt war. Jonas versucht mir Maniokmehl zu beschaffen, dann kann ich das euch auch machen soweit mich nicht die Polizei am Flughafen wegen „Kokainbesitzes“ verhaftet.
Nachts wollten wir dann eigentlich noch in eine „besondere“ Bar. Da ich aber schon im stehen eingeschlafen bin wollte ich nicht mit.
Die Jungs wollten eigentlich auch nicht wirklich, aber Jonas sagte er geht weil Alexandre und Lars weggehen wollen. Lars und Alexandre sagten mir, sie gehen weil Jonas das geplant hat. Total dumm, jeder von denen ist wegen dem anderen gegangen… bis zu der Bar haben sie es aber am Ende nicht geschafft sondern nur in eine „normale“ in der Nähe.

 Am nächsten morgen hieß es dann schnell aufstehen- das Wetter war aber auch sowas von genial… es war nicht eine Wolke am Himmel! Also raus und ins Taxi zum Cristo Redentor (11). Da hieß es aber erst mal warten, erst wegen dem Ticket dann um in den Bus zu kommen der den Berg rauffuhr. Das tolle war das in der Nähe vom Ticketschalter Affen rumgesprungen sind. Voooooll süß.
Oben bei Christus angekommen bot sich eine phänomenale Aussicht über ganz Rio. (Es stimmt wirklich das man von überall aus in der Stadt Christus sehen kann).
 

Nachdem wir uns an der Aussicht satt gesehen haben ging‘s weiter zum Zuckerhut (Pão de Açucar- 12). Die Übersetzung ist übrigens falsch, es müsste Zuckerbrot heißen. Um dahin zukommen fährt man erst mal mit der Seilbahn zum Nachbarberg...
 ...und von da aus mit der Seilbahn zum Zuckerbrot. 
Oben gabs wieder Affen- diesmal nur kleiner. Die sahen auch so knuffig aus und ich wollte am liebsten einen mitnehmen. Als ich aber dann am Montag das Bild gesehen hab, hab ichs mir anders überlegt, aber schaut‘s euch selber an. Der Affe ist bestimmt verrückt! Achtet auf die Augen und Zähne!

 Ich, Alexandre, Lars und Jonas in der ehemaligen Seilbahn.
Danach gings nach Praia da Ipanema, die insgeheim schönste Strand von Rio und eeendlich konnte ich ins Meer :-) :-) Die Wellen waren sowas von stark das hab ich noch nicht erlebt. Es war echt ein fantastische Abschluss unserer Reise.

Entschuldigt das es diesmal so viel zum Lesen und anschaun ist. Von geschätzten 500 Bildern hab ich mich echt nur auf wenige beschränkt;-)
Ich wünsch euch eine schöne Woche!
PS: die Postkarten hab ich bei Jonas vergessen... er bringt sie in 2Wochen nach Itajuba mit.